DER LOKFÜHRER

Tobias Baumert

Viele Kinder haben den Berufswunsch, Lokführer zu werden. Tobias Baumert aus dem idyllischen Salem am Bodensee ist tatsächlich drangeblieben und hat sich den Kindheitstraum erfüllt.

Im Kleinkindalter, mit drei Jahren, um genau zu sein, nahm das Schicksal seinen Lauf: Tobias bekam eine Spielzeugeisenbahn von Duplo geschenkt. Das Folgeprojekt war daraufhin der Aufbau der alten Märklin-Bahn des Vaters, mit sechs Jahren kam eine LGB (Lehmann-Groß-Bahn) dazu. Damit war es dann endgültig um Tobias geschehen. Das Eisenbahner-Virus hatte sich festgesetzt, wie er es selbst ausdrückt.

Wir springen einige Jahre nach vorne und sehen Tobias heute in Uniform als echten Lokführer für Personen- und Güterzüge der Deutschen Bahn, bei der er nicht direkt angestellt ist.

„Ich bin Lokführer. Eisenbahner mit Leib und Seele eben.
Allerdings hat mein Beruf wenig mit meinem Hobby zu tun, da das Hobby weitaus vielfältiger ist.“

Outdoor- und Indoor-Bahner

In seinem Garten führt eine Bahnstrecke außen herum, damit so wenig Wege wie möglich zerschnitten werden. Es gibt zwei Wendeschleifen, sodass die Züge im Kreis fahren können. Der Betriebsmittelpunkt ist ein Bahnhof mit mehreren Gleisen. Da die Strecke an der Gartenhütte vorbeiführt, soll in Zukunft noch ein Gleis hineinführen, um die Züge dort bei schlechtem Wetter abstellen zu können.

Im Keller befindet sich darüber hinaus ein Raum mit 12 m², in dem Tobias ein Stück der Rhätischen Bahn in der Schweiz nachbaut. Das Ziel ist eine Anlage in Anlehnung an die Strecke, die durch die Rheinschlucht zwischen Trin und Ilanz führt.

„Eine meiner Anlagen soll immer betriebsbereit sein, da ich oft nach Feierabend ein paar Runden fahre.
Die Züge fahren zu sehen, ist wie Meditation für mich.“

DIY – digitalisieren, aufarbeiten, selbst bauen

Tobias liebt es, Anlagen zu planen und auf unkonventionellen Wegen Lösungen zu finden. Er legt selbst gern Hand an und kauft sich etwa gebrauchte Teile und arbeitet diese auf, erweitert sie um neue Funktionen und erhält am Ende nahezu neuwertige Komponenten.

So hat er auch für seine Gartenbahn ältere Modelle gekauft, die sich nun nach seiner Veredelung in exzellentem Zustand befinden. So viel wie möglich baut er selbst wie etwa Gebäude und Bäume. Kauft er doch einmal einen fertigen Satz, wird dieser fachmännisch gealtert.

Wie viele seiner Kollegen kritisiert Tobias die hohen Preise, die den Einstieg ins Modellbahnerhobby für Kinder, Schüler und junge Erwachsene erschweren. Er schlägt vor, dass wieder solidere und preiswertere Modelle hergestellt werden, um eine breitere Masse ansprechen zu können.

Möglicherweise ist aber auch der von ihm eingeschlagene Weg des Aufbereitens gebrauchter Modelle ein guter Weg für den Einstieg.
Auf seinem Instagram-Profil erfahrt Ihr mehr über Tobias und seine Projekte.