DER TRAMSPOTTER

Guido Mandorf

In Düsseldorf hat sich der Tüftler Guido Mandorf einer echten Nische des Modellbaus verschrieben: den Straßenbahnen. Um diese Leidenschaft auszuleben, hat er im Haus sogar Räumlichkeiten im Souterrain angemietet.

Mitte der 80er Jahre sollte ein Konfirmationsgeschenk des Vaters den damals 14-jährigen Guido auf die richtige Schiene setzen. Die Fleischmann-Bahn aus den 60er Jahren markierte den Beginn seines Hobbys, das ihn in den 90ern schließlich zu den Modellstraßenbahnen führte.

„Mein Spezialgebiet ist die 3D-Konstruktion von Straßenbahnen. Mittlerweile sind über 300 Modelle von mir in den letzten 10 Jahren entstanden.“

Der Pott im Pott

Bei seinem aktuellen Projekt hat sich Guido von seiner Geburtsstadt Essen sowie seiner Heimatstadt Düsseldorf inspirieren lassen. Er zeigt typische Szenen, wie man sie im Ruhrgebiet und in Düsseldorf sehen kann. Dabei hat er sich nicht akribisch auf eine bestimmte Epoche festgelegt – unterschiedliche Elemente aus den 70er Jahren bis heute wurden harmonisch aufeinander abgestimmt.

Neben dem Städtischen gibt es auch einen Überlandbereich hin zu einem bergischen Dorf. Das Vorbild war hierfür eine Straßenbahn, die bis in die 50er Jahre vom Essener Süden nach Wuppertal fuhr. Mit Umsteigen war es möglich, damit bis nach Düsseldorf zu fahren.

Mithilfe von 3D-Drucken und anderen Techniken entstanden neue Gebäude, andere stellte Guido mit dem sogenannten Kitbashing her, bei dem fertige Modelle auseinander- und neu zusammengebaut werden.

Für den historischen Verein der Rheinbahn, dem Verkehrsbetrieb in Düsseldorf, konstruierte er darüber hinaus eine Ausstellungsanlage, die einen Teil einer existierenden Strecke nachbildet und auf Ausstellungen bereits gezeigt wurde.

Der Tramspotter – Held der Schiene

Guidos Domäne sind ohne Zweifel die Straßenbahnen. Mit 3D-Konstruktion hat er in den letzten 10 Jahren bereits 300 Modelle entworfen, zuvor aus Kunststoff oder geätzte Messingmodelle. Er wollte das Thema in die eigene Hand nehmen, um auf seiner Anlage die passenden Fahrzeuge einsetzen zu können. Straßenbahnen sind eine kleine Nische im Modellbahnbereich und sehen regional auch sehr unterschiedlich aus. Deshalb gibt es kaum Modelle von Herstellern, die ohne Weiteres einsetzbar sind. Was es nicht zu kaufen gibt, muss eben selbst gebaut werden. So blieb ihm nichts anderes übrig, als die Straßenbahnen selbst zu konstruieren. Neben diesen sind mittlerweile auch Häuser, Straßenmöbel und weiteres Zubehör entstanden.

Modellbahner – The Next Generation

Guido ist bei Siemens als Schulleiter eines Werksberufskollegs in der Ausbildung tätig, zudem Dozent, Ausbilder, Betreuer und – wie er selbst sagt – Mädchen für alles. Seine beiden Söhne wurden bereits auch vom Modellbahnfieber gepackt, haben mit ihm Anlagen gebaut, ausgestellt und bei einem Wettbewerb teilgenommen. Die Zukunft des Modellbaus in der nächsten Generation ist also gesichert.

Bei Instagram kann man sich einen Einblick in Guidos Arbeiten verschaffen: tramspotters